Christophoruskirche in Wiesbaden-Schierstein

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Anfahrt zur Christophoruskirche anzeigen
Parken im Hof rechts neben der benachbarten Hafenschule
Bushaltestelle Zeilstrasse (Fahrplan anzeigen)
oder Rathaus Schierstein (Fahrplan anzeigen)

 

In der Nacht zum Dreikönigstag 1752 fiel ein Teil des Turmes der alten Schiersteiner Kirche herunter, durchschlug das Dach und versperrte mit dem Schutt eine Tür, durch welche niemand mehr ohne Lebensgefahr treten konnte. Durch das Ereignis wurden Neubaupläne dringlich, die schon seit Jahren im Gespräch waren.

Christophoruskirche in Wiesbaden-SchiersteinDer kurmainzische Oberbaudirektor Anselm von Ritter zu Groenesteyn schenkte der Gemeinde zuerst ein größeres Grundstück als Bauplatz, später überwachte er den Bau der Kirche. 
Die Christophoruskirche ist typisch für den auslaufenden Barockstil: ihre Maße entsprechen dem Goldenen Schnitt; die 4 korinthischen Säulen im Altarraum und die 12 dorischen Säulen, welche die Emporen tragen, selbst die Farben haben symbolische Bedeutung.

Mitglieder der "Frauensteinischen Gesellschaft", nämlich Frankfurter Patrizier, die in Schierstein Landhäuser hatten, brachten einen Großteil der Bausumme auf. Johann Georg von Schweitzer, der Frankfurter Bürgermeister, gestattete eine Sammlung in der freien Reichsstadt, bei welcher der Schiersteiner Pfarrer Bernhard Schwarz mit dem Kirchenvorstand 604 Gulden erhielt. Schließlich stifteten Frankfurter Familien die beiden Abendmahlskelche. Ihre Kirchenstühle haben sich bis heute erhalten.

Am 3. Mai 1752 konnte der Grundstein gelegt werden; am 15. September 1754 wurde die Kirche eingeweiht.

Heute stellt die Christophoruskirche die wohl schönste Rokokokirche Hessens und eines der wenigen alten Baudenkmale Wiesbadens dar, da die mittelalterlichen Kirchen im Stadtzentrum während des letzten Jahrhunderts sämtlich Neubauten weichen mussten.

Im Kircheninnern befindet sich eine Vielzahl Kunstschätze, insbesonders Tafelbilder von Gerard Seghers (1591—1651) "Abrahams Opfer" (das Bild hing 300 Jahre im Dom zu Pisa), Paolo Farinati (1522 - 1606) "Die Hochzeit zu Kana" (Kopie nach Veronese); unbekannter mittelrheinischer Meister des 16. Jahrhunderts "Gnadenbild" und Konrad Johann Seekatz (1719 bis 1768) "Christus vor Pilatus" (die Szene ist auf den Darmstädter Marktplatz versetzt). Weiterhin finden sich ein Osterleuchter sowie ein Vortragskreuz, beide aus dem 18. Jahrhundert.

Eine Beschreibung der Kirche finden Sie auch auf Wikipedia.de.

 

Die Orgel wurde 1963 von Förster und Nicolaus in Lich/Oberhessen errichtet. Das vollmechanische Werk hat auf zwei Manualen und Pedal die folgende Disposition:

HAUPTWERK: OBERWERK: PEDAL:  
Prinzipal 8' Gedackt 8' Subbaß 16' Zimbelstern
Quintade 8' Prinzipal 4' Oktavbaß 8' Vogelgeschrey
Oktave 4' Rohrflöte 4' Gemshorn 4' Tremulant auf Oberwerk
Gedackt 4' Nasard 2 2/3' Rauschbaß 3fach Koppeln OW/HW, HW/PED, OW/PED
Blockflöte 2' Spitzflöte 2' Fagott 16'    
Mixtur 4—5fach Sifflet 1' Clarine 4'    
Trompete 8' Zimbel 3fach      
Krummhorn 8'        

Daneben befinden sich eine Truhenorgel (Bernhard Fleig, Basel 1987, mit der Disposition: Holzgedackt 8', Flötenprinzipal 4', Holzoktave 2', Quinte 1 1/3') sowie ein 2manualiges Cembalo (Kopie nach Ruckers von Wolfgang Fast, 1985) in der Kirche.