Musikherbst Wiesbaden

X. Musikherbst Wiesbaden 2010

 

Sehnsucht
Lied, Kammermusik, Orchesterwerke, Oratorium


Die Musik schließt dem Menschen ein unbekanntes Reich auf, eine Welt, die nichts gemein hat mit der äußeren Sinnenwelt, die ihn umgibt und in der er alle bestimmten Gefühle zurücklässt, um sich einer unaussprechlichen Sehnsucht hinzugeben.
E.T.A Hoffmann

 

Das Programm gibt es auch als Pdf-Dokument (0.5Mb). Diese Seite ausdrucken Diese Seite ausdrucken

Sonntag,
10. Oktober
2010

 

17.00 Uhr

Herzog-Friedrich-August-Saal, Friedrichstraße 22, Wiesbaden
Ton Koopman 

European Union Baroque Orchestra und Ton Koopman

The Dutch Connection

Georg Friedrich Händel: Concerti grossi op. 6/1 in G und op. 6/2 in F
Unico W. van Wassenaer: Concerto armonico No. 1 in G
Pieter Hellendaal: Concerto grosso op. 3/1 in g
Pietro Locatelli: Introduzione teatrale op. 4/4 in G
Georg Philipp Telemann: Suite III in B aus „Tafelmusik“

 

European Union Baroque Orchestra (EUBO)
Leitung: Ton Koopman

Das Eröffnungskonzert des zehnten (Jubiläums-)Musikherbstes steht für die Philosophie dieser Konzertreihe: Ambitioniertes Musizieren auf höchstem Niveau, inspirierende Begegnungen mit bekannten und unbekannteren Werken in Wiesbadens schönsten Konzerträumen.

Das European Union Baroque Orchestra – das sind junge, hoch qualifizierte Barockmusiker aus ganz Europa, die sich unter der Leitung eines führenden internationalen Barockspezialisten für ein halbes Jahr zu einer Arbeitsphase mit anschließender weltweiter Konzert-Tournee treffen.

Diesmal hat das Orchester mit Ton Koopman, dem gefeierten Dirigenten und Cembalisten, ein ebenso spannendes wie klangschönes Programm erarbeitet. Man versteht, warum das Feuer und Temperament der italienischen Komponisten in ganz Europa stilbildend waren – bei Händel in England, bei Telemann in Deutschland und bei holländischen Meistern (deren Namen zwar kaum einer kennt, ihre Musik aber sehr wohl: Wurde sie doch bis vor kurzem noch Pergolesi zugeschrieben...)

Dieser Abend ist ein Muss für jeden Freund barocker Musik!

 

€ 30    Reihe 1-5
€ 20    Reihe 6-9
€ 15    Reihe 10-13
€ 10    Reihe 14-15

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Freitag,
5. November
2010

 

19.30 Uhr

Christophoruskirche Wiesbaden-Schierstein
 

Siri Karoline ThornhillSehnsucht nach dem Süden

Aus der Musikaliensammlung von Rudolf Franz Erwein Graf von Schönborn zu Wiesentheid: Werke von Tomaso Albinoni, Antonio Caldara, Georg Friedrich Händel, Johann Pachelbel

 

Siri Karoline Thornhill, Sopran
Barockensemble Parnassi musici Freiburg:
Margaret MacDuffie, Barockvioline
Matthias Fischer, Barockvioline
Wolfgang Wahl, Barockviola
Stephan Schrader, Barockcello
Martin Lutz, Cembalo

Er liebte Italien: Rudolf Franz Erwein Graf von Schönborn zu Wiesentheid. Und er war ein Liebhaber der Künste – Malerei, Dichtung, Musik, dazu begeisterter Cellist. So nutzte er seinen Rom-Aufenthalt 1707-1709, um italienische Kultur zu sammeln und in die fränkische Heimat zurückzubringen. Den großartigen Barockbau seines Schlosses Wiesentheid schmückte er mit dem Gesammelten: Gemälde vieler großer Meister. Und füllte die Säle mit Musik, die er bei den bedeutendsten Meistern der Zeit in Auftrag gegeben hatte: ein Who is Who der Meister von Albinoni bis Vivaldi. So finden sich unter den zahllosen Handschriften, die die Wiesentheider Schloßbibliothek noch heute bewahrt, viele Unika.

Unser Konzert macht diese Schätze wieder lebendig und erzählt von der Italien-Sehnsucht eines großen Kunstfreundes.

 

€ 20 Schiff Reihe 2-5 / Mittelempore Reihe 1-3
€ 15 Schiff Reihe 6-9 / Mittelempore Reihe 4
€ 10 Schiff Reihe 10-13 / Mittelempore Reihe 5 / Schiff Seiten / Seitenemporen

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Montag,
8. November
2010

 

19.30 Uhr

Roncalli-Saal, Friedrichstraße 26, Wiesbaden
 

Tier – Sehnsucht – Musik: Brahms’ Tierleben

BosArt Trio

Es wird oft überhört, dass die meisten großen Komponisten durchaus innige Beziehungen zur Tierwelt hatten:

  • in Mozarts Opern spielen Gänse und Schlangen mit
  • Bach imitiert im Fugen-Krebs Kuckuck und Henne
  • Haydn vertonte Bär und Huhn
  • Beethoven lässt eine Spinatwachtel musizieren
  • Schuberts Forelle ist in aller Munde
  • Brahms liebte den „Roten Igel“
  • Johann Strauß bevorzugte die Fledermaus

Im neuen Programm des Musikkabaretts BosArt Trio begegnen wir unseren gefiederten, geschuppten und gefellten Freunden auf vielfältige Weise: Es gibt Karneval und Katzenmusik, Schwanengesang und Unkenrufe, es wird gezirpt, getrommelt und gepfiffen... Ein Wolf und ein Loewe haben sogar komponiert!

Bosart – oder Beaux-Art, oder Bos-Art? – , das ist die explosive Mischung dreier Herren, die eigentlich gar nichts mit dem Kabarett zu tun haben. Sie sind allesamt in etablierten Berufspositionen des Kulturbetriebes zu finden: Hans Hachmann (von Hause aus Rundfunk-Redakteur) ist der „Spiritus rector“ des Trios. Er schreibt die Texte, die er bisweilen geradezu überschüttet mit seinem verbalen Witz. Er ist ein eleganter, gelenkiger Conferencier, nie um eine spontane Pointe verlegen. Renard Bureau (bürgerlich Reinhard Buhrow und Hochschullehrer für Klavier) zeichnet verantwortlich für die Musik. Hintersinnig improvisiert er am Klavier, verbiegt in seinen brillianten Stilkopien das klassische Kulturgut – die Komponisten Bach bis Rachmaninoff lässig durchschreitend – auf subtilste Weise und hat stets einen musikalischen Gag zum passenden Stichwort parat. Wolfgang Schäfer schließlich – seine Tätigkeit als hochseriöser Chorleitungsprofessor hält man auf der Ulkbühne für schier unmöglich – erweist sich als Mädchen für alles. Er beherrscht die weltmännische tenorale Operngeste ebenso wie die Niederungen des Hotzenwälder Dialektes, fühlt sich in der Rolle des treu-doofen Straßenmusikers genauso
wohl wie in der des pathosschwangeren Generalmusikdirektors.

 

€ 15 incl. ein Pausengetränk (freie Platzwahl)

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Donnerstag,
11. November
2010

 

19.30 Uhr

Herzog-Friedrich-August-Saal, Friedrichstraße 22, Wiesbaden
 

Clara SchumannRobert, Clara und Johannes
Lieder und Texte von Robert und Clara Schumann sowie Johannes Brahms

Heidrun Kordes, Sopran
Scot Weir, Tenor
Hilko Dumno, Klavier
Karl-Rudolf Menke und Bettina Müller-Hesse, Sprecher

Schumann und Brahms, zwei Charaktere, gegensätzlich wie Feuer und Wasser – und dennoch eine Männerfreundschaft, die zusammenhielt wie Pech und Schwefel. Der junge Johannes Brahms und sein Mentor Robert Schumann begehrten dieselbe Frau: die große Klaviervirtuosin Clara Schumann. Der feurige Robert wurde ihr Mann, und der scheue Brahms blieb zeitlebens ihr stiller Verehrer.

Über die Beziehung zwischen Brahms und der seinerzeit weltberühmten Pianistin Clara Schumann wurde viel geforscht und mehr spekuliert. Pikante Details, für die sich die Öffentlichkeit immer wieder ganz besonders interessierte, sind mit keiner Quelle zu belegen. Was keiner historischen Klärung bedarf, ist die Tatsache einer leidenschaftlichen Freundschaft zwischen dem Ehepaar Schumann und Johannes Brahms.

€ 35 Reihe 1-7
€ 23 Reihe 8-12
€ 15 Reihe 13-15

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Förderer: Berenberg-Bank

Sonntag,
14. November
2010

 

19.30 Uhr

Lutherkirche Wiesbaden
 

Heidrun KordesJohannes Brahms
Ein deutsches Requiem op. 45
Vier ernste Gesänge op.121

Heidrun Kordes, Sopran
Konrad Jarnot, Bariton
Bach-Ensemble Wiesbaden
Schiersteiner Kantorei

Leitung: Martin Lutz

„Seit Bachs h-Moll-Messe und Beethovens Missa solemnis ist nichts geschrieben worden, was auf diesem Gebiete sich neben Brahms’ deutsches Requiem zu stellen vermag“, so hymnisch urteilte der schwer zu begeisternde Wiener Musikkritiker Eduard Hanslick über dieses singuläre Werk der Gattung Requiem, das dem gerade 33jährigen Komponisten den Durchbruch verschaffte. Mehr noch: Das Requiem sollte eines seiner populärsten Werke werden.

Die Auswahl der Texte zeugt von einer enormen Bibelkenntnis Brahms’ und von seiner persönlichen religiösen Überzeugung, die Zuordnung zeigt zugleich seine geistige Freiheit, mit dem Gefundenen umzugehen und es in neuen Beziehungen erscheinen zu lassen.

Die subjektive Komponente der Entstehungsgeschichte ist bezeichnend für Brahms und seine Erlebniswelt. Der selbst durchlittene Schmerz setzte in ihm künstlerische Potenzen frei, das künstlerische Gestalten des Todesgedankens half ihm, selbst Trost zu finden und das Leid zu überwinden.

Das Deutsche Requiem ist keine Trauermusik. Der zentrale Gedanke des Werks ist nicht die ewige Ruhe der Toten, sondern vor allem der Trost derer, „die da Leid tragen“; eine Musik also vor allem für die Lebenden.

 

€ 30 Schiff Reihe 2-12
€ 20 Schiff Reihe 13-21 / Emporen Reihe 1
€ 15 Schiff Reihe 22-25
€ 10 Schiff Randplätze / Emporen Reihe 2-5

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Dienstag,
16. November
2010

 

19.30 Uhr

Herzog-Friedrich-August-Saal, Friedrichstraße 22, Wiesbaden
 

 Gustav Mahler Lieder eines fahrenden Gesellen
Rückert-Lieder
Klavierquartett
 Franz Schreker Der Wind
 Ferruccio Busoni Berceuse

 

Klaus MertensKlaus Mertens, Bariton
Mutare-Ensemble
Leitung: Gerhard Müller-Hornbach

Gustav Mahler als Komponist und seine Liedzyklen sind unersetzbare Elemente der Musik des beginnenden 20. Jahrhunderts, prägend, richtungsweisend. Arnold Schönbergs Versuch der Übertragung der musikalischen Substanz auf kleinere Ensembles folgte zunächst praktischen Erwägungen. Ziel waren Aufführungen von Orchesterwerken in Konzerten des "Vereins für musikalische Privataufführungen", wo man kein großes sinfonisches Orchester, sondern lediglich kleinere Ensembles finanzieren konnte. Die Flexibilität und Vielseitigkeit des Kammerensembles allerdings führten unweigerlich dazu, dass das Kammerensemble an sich zum zentralen Klangkörper wurde.

So war es nur folgerichtig, dieses "neue klassische Abenteuer" erneut zu wagen und nach dem Modell von Schönbergs Bearbeitung der "Lieder eines fahrenden Gesellen" weitere Liedzyklen einzurichten.

Gerhard Müller-Hornbach, einer der profilierten zeitgenössischen Komponisten (und Kompositionslehrer), wagte dieses "Abenteuer" mit den  "Fünf Rückertliedern". Er findet, genau wie Schönberg, eine sehr spezifische Sicht auf Mahlers Musik, ohne sich als Bearbeiter in den Vordergrund zu drängen. Die Intimität des Liedhaften, die vielfach eine kammermusikalisch flexible Interaktion zwischen den Instrumentalisten und dem Sänger erfordert, setzt er auf geradezu ideale Weise um. Ein "neuer" Mahler, spannend zu entdecken, dennoch ganz und gar durchdrungen vom spezifischen Ausdruck der Mahlerschen Musik.

 

€ 30 Reihe 1-5
€ 23 Reihe 6-10
€ 15 Reihe 11-15

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Der Musikherbst Wiesbaden ist eine Veranstaltung der Musikfreunde Wiesbaden e.V.
Wiesbadener Musik-Herbst, Musikalischer Herbst Wiesbaden.